Nairobi - Hauptstadt von Kenia

Nairobi ist eine der prosperierenden Metropolen in Afrika. Während der britischen Kolonialzeit wurde die Eisenbahnlinie von Mombasa nach Uganda gebaut. Die Arbeiter siedelten sich an der Strecke an und so wurde aus Nairobi eine quirlige pulsierende Stadt mit vielen interessanten Ausflugsmöglichkeiten. In der Hauptstadt sitzen die Regierung von Kenia sowie viele internationale Firmen. Die Skyline mit den modernen Wolkenkratzern und den architektonisch sehr aufwendigen Gebäuden wie das Parlament und das Rathaus sind sehr sehenswert. Nairobi gilt als grüne Metropole und bietet Safaris im Hochland oder direkt am Stadtrand. Auf dem Massai Markt werden traditionelle afrikanische Souvenirs angeboten. Die zahlreichen Diskotheken und Klubs ziehen Nachtschwärmer magisch an. Für eine gute Verbindung sorgt ein internationaler Flughafen, über den ein Großteil der Kenia-Flüge abgewickelt werden. Die zahlreichen Touristen finden außerdem komfortable Hotels und etwas außerhalb traumafte Lodges. Nairobi ist eine von zwei typischen Möglichkeiten, eine Rundreise durch das Land zu starten. Von hier aus geht es durch Nationalparks zur Küste, wo die Kenia-Reise mit einem Strandurlaub abgeschlossen wird.

Nairobi Nationalpark

Das erste Naturreservat Kenias ist der Nairobi Nationalpark, welcher nur sieben Kilometer vom Zentrum entfernt liegt. Er ist circa 120 Quadratkilometer groß. Durch einen Zaun von der Stadt getrennt leben hier 80 Säugetierarten und 500 Vogelarten. In einer atemberaubenden Savannenlandschaft können anmutig umherstolzierende Löwen, neugierige Giraffen, mächtige Flusspferde, flinke Strauße oder jagende Leoparden beobachtet werden. Außerdem ist der Park besonders auf die so selten gewordenen Spitzmaulnashörner ausgerichtet. Dies ist einer der letzten natürlichen Lebensräume für die Black Rhinos. Hier ist auch das weltberühmte Elefantenwaisenhaus "David Sheldrick Wildlife Trust" angesiedelt.

Daphne Sheldrick Elephant Orphanage in Nairobi

In diese Auffangstation werden verwaiste Nashorn- und Elefantenbabys aus ganz Kenia gebracht. Engagierte Tierpfleger päppeln mit einer speziellen Behandlung die Dickhäuter rund um die Uhr wieder auf. Für Besucher ist das Zentrum täglich von 11-12 Uhr geöffnet. Dann können diese der Fütterung, dem Bad und dem Spaziergang der Riesen beiwohnen.

Giraffe Centre in Nairobi

Im Stadtteil Karren wurde zum Schutz der Rotschildgiraffe das Giraffe Centre errichtet. Um den neugierigen Giraffen mit ihren langen Wimpern ganz nah sein zu können, stehen die Besucher auf fünf Meter hohen Terrassen. So besteht die Möglichkeit, diese zu streicheln und füttern.

Eisenbahnmuseum von Nairobi

Das Eisenbahnmuseum liegt am Rande des Uhuru Highways und stellt den wirtschaftlichen Aufschwung durch den historischen Eisenbahnbau zwischen Mombasa und Kisumu dar. In der Hauptgalerie finden sich kleinere Artefakte, Bücher und Bilder. Im Freien können zahlreiche Dampfloks und Eisenbahnwaggons betrachtet werden.

Das Karen Blixen Museum

Die Autorin des berühmten Romans "Jenseits von Afrika" lebte zwischen 1914 und 1931 auf einer Kaffeeplantage vor den Toren Nairobis. Das Haus der Schriftstellerin mit dem Namen "Bogani." ist heute ein Nationalmuseum und kann im Originalzustand besichtigt werden. Wer den gleichnamigen Film gesehen hat, wird das Haus mit seinem traumhaften Blick auf die in der Nähe befindlichen Ngong Berge sofort wiedererkennen. Dem Besucher bietet sich ein bunter Mix aus originalen Gegenständen und Filmrequisiten. Neben einer Besichtigung der Inneneinrichtung lohnt auch ein Bummel durch den weitläufigen tropischen Garten. Bei einer geführten Tour erhalten Besucher viele Informationen zur Geschichte des Hauses und über das Leben der Schriftstellerin. Von Nairobi aus lässt sich das Museum bequem per Bus oder Taxi erreichen.

Nationalmuseum von Nairobi

Für Geschichts- und Kulturinteressierte ist das neu renovierte Nationalmuseum mit seiner umfassenden Sammlung zur afrikanischen Frühgeschichte genau der richtige Ort. Neben naturhistorischen und paläozoischen Ausstellungsstücken bietet das Museum noch eine Galerie mit zeitgenössischer kenianischer Kunst.

Eine riesige Sammlung an ausgestopften Tieren gibt es in der Abteilung Flora und Fauna zu bestaunen. In unvorstellbaren Formen, Größen und Farben reihen sich unzählige Käfer- und Schmetterlinge auf. Aus der kenianischen Vogelwelt finden sich Vertreter wie der farbenfrohe Nektarvogel oder der majestätische Fischadler. Die Säugertierabteilung präsentiert die sterbliche Hülle einer zahmen Löwin, ein bombastisches Walskelett und ein Abbild des berühmten Elefanten Ahmed. Die Stoßzähne des Grauen Riesen wogen 67 Kilogramm pro Stück. Verschiedene kenianische Lebensräume mit ihrer typischen Tierwelt sind in Dioramen nachgebildet.

Der Erdgeschichte Ostafrikas sowie die Entstehung des Riftvalleys widmet sich die geologische Abteilung. Ergänzt wird das Ganze durch eine Mineraliensammlung.

Die paläoanthropologische Abteilung ist mit Sicherheit die allergrößte Attraktion. Hier werden Repliken unzähliger archäologischen Funden wie Mosaiksteinchen zur Rekonstruktion der menschlichen Herkunft gezeigt. Die berühmten Fußabdrücke von Laetoli in Nordtansania, die vermutlich von einer Einkindfamilie des Australopithecus stammen, beweisen das es vor 3,75 Millionen Jahren Hominiden gab, die aufrecht gingen. Besonders faszinierend ist auch der "Turkana-Junge", welcher am Westufer des Lake Turkana ausgegraben wurde. Dieser Knochenfund ist 1,6 Millionen Jahre alt und bisher das erste vollständigste Skelett eines Hominiden. Die meisten Experten vertreten die Meinung, dass es sich um einen direkten Vorfahren des Homo erectus handelt. Also jener Gattung, welche es verstanden, das Feuer zu nutzen und merklich verfeinerte Werkzeuge herzustellen. Überdies verfügten sie über eine höher entwickelte Sprache. Die 30.000 Jahre alte nachgebildete Felsmalerei aus Tansania, eine umfassende Sammlung steinzeitlicher Werkzeuge, eine Schädelreihe diverser Hominiden sowie Dioramen von drei Vormenschenarten runden das Bild ab.

Die ethnografische Sammlung umfasst viele zahlreiche Kunsthandwerke, Schmuck, Kleidung, Waffen und vieles mehr von verschiedenen Völkern. Die österreichische Künstlerin Joy Adamson malte zwischen 1949 und 1955 die einzelnen Völker in ihren typischen Trachten. Es entstanden über 600 Bilder, die den Wandel der kenianischen Gesellschaft verzeichnen. Viele Völker haben ihre Kultur zugunsten der Moderne völlig aufgegeben.